Iris Baumann-Weiss

Die bewußt gewählten Herausforderungen in meinem Leben:

Iris Baumann-Weiss Mehr als 20 Jahre Erfahrung als Kollegin, Verkäuferin, Chefin, Auftraggeberin, Dozentin, Beraterin, Coach, Trainerin haben mir eine hohe Sensibilität und ein gutes Einschätzungsvermögen beschert. Das hilft mir, das Befinden der Menschen zu erkennen, Potentiale zu nutzen und Risiken und Grenzen aufzuzeigen. Die langjährige Zusammenarbeit mit meinem Mann, Dr. med. Gerald Weiss, Arzt in eigener Praxis und Partner im Institut, trägt viel dazu bei.

Rückblick: Mit dem Ziel, später in der Verhaltensforschung zu arbeiten, startete ich mit viel Neugier und Tatendrang in das Biologie-Studium. Nachdem die Professoren aber selbst die Meinung vertraten, Biologen würden zwangsläufig in der Arbeitslosigkeit enden, entschied ich mich dann doch um: für das BWL-Studium. Das war durchaus naheliegend -  meine Eltern waren Kaufleute - so gehörten Handel und Verkauf von Kindesbeinen an zu meinem Leben dazu.

Nach dem Studium erhielt ich ein Angebot vom Geschäftskundenvertrieb, Marktbeobachtung und Vertriebslenkung der Deutschen Telekom AG. Eine meiner Aufgaben war, die geplanten Veränderungen der Privatisierung auf lokaler Ebene umzusetzen. Das erforderte viel Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl. Vertrauen und Akzeptanz mussten aufgebaut werden, um Strukturen so zu verändern, daß Leistungs- und Kundenorientierung eine größere Bedeutung erhielten.

Nach 4 Jahren stellte ich mich einer neuen Herausforderung. Beim Unternehmen Wilhelm Bott GmbH & Co.KG baute ich ein Vertriebsnetz für die neue Sparte Fahrzeugeinrichtungen sowohl in Deutschland, als auch in Europa mit auf. Die Unterstützung der Händler und Vertriebspartner, Schulungen, Messen, die Umsetzung im Unternehmen selbst, die neuen Produkte verlangten 100 %igen Einsatz und Leistung, eine Top-Motivation und volle Energie! Das war genau die Herausforderung, die ich zu diesem Zeitpunkt suchte.

Dann sollte wieder eine Veränderung kommen. Zufällig traf ich eine frühere Kollegin, die für das Kolping-Bildungswerk Stuttgart in der Jugendsozialarbeit, Berufsvorbereitung und Berufsausbildung arbeitete. Sie suchten jemanden für die fachliche Betreuung von Jugendlichen, idealerweise BWL-Studium und Ausbildereignung. Ich wechselte zum Kolping-Bildungswerk, was bei Kunden, Kollegen, Mitarbeitern und Chefs zu Kopfschütteln führte.

Karriereknick? Es war durchaus eine „riskante", aber bewusste Entscheidung. Die Welt besteht nicht nur aus der reinen Leistungswelt. Und - es ist nicht so wichtig, was man macht, sondern, wie man es macht. Es ist vor allem wichtig, Verantwortung zu übernehmen.

Anfangs hatte ich das Gefühl von Tempo 180 in den Stand herunterzubremsen. Hier ging es mehr um Geduld, Toleranz, Umgang mit Aggression und Provokation. Leistungsfähigkeit und Motivation aufbauen und wachsen lassen, indem Rahmenbedingungen berücksichtigt und geschaffen werden. Das kommt erst zum Vorschein, wenn die Zusammenarbeit, die Akzeptanz und das Voneinander-Lernen zwischen Kollegen aus ganz unterschiedlichen Bereichen (Sozialarbeiter, Lehrer, Betriebswirte) stimmen.

Ich übernahm Leitungsfunktionen und wechselte dann in die Erwachsenenbildung. Es begann die Zeit der intensiven Aus- und Fortbildungen in systemischer Beratung, Coaching, Transaktionsanalyse und NLP. Sieben Jahre später stand dann die nächste Entscheidung an: Die Leitung eines weiteren Aufgabenbereichs zu übernehmen.

Es war mir allerdings da bereits klar, daß ich als selbständige Beraterin, Trainerin, Coach arbeiten wollte. Die neue Aufgabe anzunehmen und dann nach kurzer Zeit wieder abzugeben, fand ich nicht fair - und so wagte ich den Sprung in die Selbständigkeit.

Leistung fordern, Leistungsfähigkeit fördern, Verantwortung übernehmen, Veränderungen gestalten, Akzeptanz, Toleranz und Vertrauen sind auch heute Themen meiner Arbeit, im Coaching, in der Beratung und im Training. Dabei arbeite ich darauf hin, eine Achtsamkeit zu entwickeln für die Bedürfnisse und Werte von Menschen, damit sie ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit in den Herausforderungen unserer schnelllebigen Zeit bewahren.